Jahrgang 1902

Mit „Jahrgang 1902“ landete Ernst Glaeser einen Bestseller, der in 16 Sprachen übersetzt und auch von der Literaturkritik hoch gelobt wurde. Allein in der Weimarer Republik wurde der stark autobiografische Erfolgsroman 125.000 Mal verkauft, bis er den Bücherverbrennungen der Nazis zum Opfer fiel. Darin wird der 1. Weltkrieg aus Sicht eines Jugendlichen anhand der Ereignisse weit entfernt von der Front geschildert: „Der Krieg gehörte den Erwachsenen, wir liefen sehr einsam dazwischen herum.“ Die von Glaeser beschriebene Gesellschaft ist geprägt durch den bereits stark aufgekommenen Antisemitismus, politische Kämpfe zwischen Links und Rechts sowie den Gegensatz zwischen Arm und Reich. Der Krieg überbrückt zunächst scheinbar diese Konflikte, doch je länger er andauert, desto klarer werden die Sinnlosigkeit des Hurrapatriotismus und die Risse in der bisherigen Gesellschaftsordnung. Glaeser verbindet die äußeren Geschehnisse mit dem Innenleben des Ich-Erz ählers, der sich erste sexuelle Erfahrungen und eine eigene Sicht auf die Dinge gegen die konservative Welt der Erwachsenen und deren hohl gewordene Moral verschaffen muss. „Viele Zeitgenossen Glaesers empfanden den Roman als Sprachrohr jenes Lebensgefühls, das ihre „Zwischengeneration“ ausmachte: Zu jung, um selbst in den Krieg zu ziehen, aber alt genug, um mit wachen Sinnen die über sie hereinbrechende Katastrophe mitzuerleben, waren sie dem Geschehen hilflos ausgeliefert, das ihre Eltern heraufbeschworen hatten.“ (Monika Grosche)

Handlungsorte

»Man vertraut einer Landschaft wie einem Freund.«
Thomas Hettche

Buchdetails

Handlungsorte
Hessen (allg.), Darmstadt, Freiburg im Breisgau, Spessart, Schweiz (allg.), Basel, Solothurn
Buchdaten
Titel: Jahrgang 1902
Kategorie: Roman / Erzählung von 1928
LeserIn: Faun
Eingabe: 02.06.2021


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