Frau Berta Garlan

Neben vier kürzeren Erzählungen schrieb Schnitzler in den Jahren 1899/1900 den kurzen Roman „Frau Berta Garlan", in dem er seine Beziehung zur Jugendliebe Franziska Reich verarbeitete. Jahre später hat er sie als junge Witwe noch einmal wiedergesehen und sich nach einer Affäre kühl verabschiedet. Jetzt lässt er ihr in Gestalt der Berta Garlan poetisch Gerechtigkeit widerfahren: Vor drei Jahren (1895) starb ihr ungeliebter Mann, nun lebt die 29jährige Witwe mit ihrem Sohn Fritz in einer kleinen Provinzstadt und gibt dort Klavierstunden für untalentierte Kinder wohlhabender Bürger. Kurze Fluchten aus ihrer eintönigen Existenz bringen ihr Ausflüge nach Wien, bei denen sie ihre Jugendliebe Emil aus der gemeinsamen Zeit am Wiener Konservatorium her nach zehn Jahren wiedertrifft. Sie ist noch immer in den international gefeierten Violinisten verliebt, doch für ihn ist Berta nur ein Abenteuer für eine Nacht in einem schäbigen Hotelzimmer. Völlig naiv und eup horisch träumt sie von einem gemeinsamen Leben mit Emil. Erst als ihre Freundin Anna Rupius nach einem Seitensprung und einer vor ihrem Ehemann verheimlichten Schwangerschaft stirbt, kommt sie zur Erkenntnis, was „die Männer für ein Gesindel" sind. Resigniert erkennt sie das „ungeheure Unrecht", als Frau nicht den eigenen Bedürfnissen nachgehen zu können, während der Mann diese Freiheit als ganz selbstverständlich für sich beansprucht.

Handlungsorte

»Liebe ist fatal. Es sei denn, es ist die Liebe zu einer Landschaft.«
T.H. White

Buchdetails

Handlungsorte
Österreich (allg.), Wien
Buchdaten
Titel: Frau Berta Garlan
Kategorie: Roman / Erzählung von 1900
LeserIn: Faun
Eingabe: 26.09.2021


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