Gilbert Pinfolds Höllenfahrt

Mitte der 1950er Jahre ging es mit der Autorenkarriere Evelyn Waughs (geboren 1903) bergab, seine finanziellen Mittel schwanden dahin und mit dem zweiten Band seiner Romantrilogie aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs kam er nicht voran. Auch gesundheitlich ging es ihm zunehmend schlecht, u.a. auch wegen Medikamentenmissbrauchs. Wegen seiner Geldsorgen nahm er das Angebot von BBC Radio für ein Interview an, in dem er jedoch stark kritisiert und herabgewürdigt wurde. Im Jahr 1954 unternahm Waugh auf Empfehlung seiner Ärzte hin eine Schiffsreise nach Sri Lanka, auch in der Hoffnung, sein Buch zu Ende schreiben zu können. Nach wenigen Tagen berichtete er seiner Frau nach England, dass die anderen Passagiere hinter seinem Rücken über ihn reden würden und dass er Stimmen hören würde, u.a. die seines Peinigers von BBC Radio. Von seiner Reise zurückgekehrt, hatten sich Waughs Halluzinationen dermaßen gesteigert, dass er sich vom Teufel besessen fühlte. Bei einer ärz tlichen Untersuchung stellte sich schließlich heraus, dass Waugh an einer durch Medikamente verursachten Bromid-Vergiftung litt. Nach Änderung der Medikation verschwanden die Halluzinationen… All das verarbeitete Waugh 1957 in dem sehr humorvollen satirischen Roman „Gilbert Pinfold’s Ordeal“, in dem sein Alter Ego Gilbert, ein weltbekannter Schriftsteller in der Midlife Krise, geplagt von Rheuma und Schlafstörungen, kurz nach seinem fünfzigsten Geburtstag beschließt, dem Rat seines Hausarztes zu folgen und eine Schiffsreise in die Tropen anzutreten…

Handlungsorte

»Die längsten Reisen fangen an,
wenn es auf den Straßen dunkel wird.«

Jörg Fauser

Buchdetails

Handlungsorte
England (allg.), London, Liverpool, Atlantik (allg.), Straße von Gibraltar, Mittelmeer (allg.), Port Said, Ägypten (allg.), Kairo, Colombo, Karatschi, Rom, Paris
Buchdaten
Titel: Gilbert Pinfolds Höllenfahrt
Untertitel: Ein Konversationsstück
AutorIn: Waugh, Evelyn
Kategorie: Roman / Erzählung von 1957
LeserIn: Faun
Eingabe: 02.10.2021


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