Das Atelier

In Uwe Tellkamps essayhaften Prosastück „Das Atelier“ unternimmt der Ich-Erzähler Fabian Hoffmann auf gut hundert Seiten eine „Kreuz- und Querfahrt durch die Kunst- und Kulturgeschichte“ hinsichtlich der Malerei sächsischer Künstler. Dazu besucht er das Atelier eines Künstlerpaars in Leipzig sowie später auch deren Galerist in Treva und berichtet von seinen Besuchen bei anderen Malern in Dresden und auf Schloß Burgk. – Die Figur des Fabian Hoffmann kennt man bereits aus dem preisgekrönten Beststeller „Der Turm“ (2008); im daran anschließenden, im August 2015 einsetzenden Roman „Der Schlaf in den Uhren“ (2022) spielt er die Hauptrolle als Chronist in Diensten der „Tausendundeinenachtabteilung“ des fiktiven Stadtstaates Treva. Was Treva ist, wird in „Das Atelier“ nicht erläutert, diese Kenntnis wird beim Leser vorausgesetzt oder es ist Tellkamp egal, ob der Leser damit etwas anfangen kann. – Sprachlich ist dieses Stück durchaus gelun gen, man kann sich aber fragen, was eigentlich der Zweck dieses Turm/Schlaf-Spin-Offs ist. Geht es letztendlich nur darum, den einen Absatz auf Seite 85 in die Welt zu setzen, in dem gegen die „Gutwetter-Geschmeidigen, Rectum-Puderbüchsen auf zwei Beinen, Charakterbettler, Daseins-Quallen, Harmonie-Harfner, die Feuilletonlyriker und Gefälligkeitsschnitzer“ und gegen die „Dresche von denen, die bei allem, was nicht durchironisiert ist, gleich den gereckten Arm sehen“ gewettert wird? Eine Antwort auf diese Frage findet man (vielleicht) in dem Dokumentarfilm „Der Fall Tellkamp - Streit um die Meinungsfreiheit“ von Andreas Gräfenstein (2022, 90 Min., bei ZDF und 3SAT).

Handlungsorte

»Reisen ist die harmlosere Form der Utopie.«
Wolfgang Büscher

Buchdetails

Handlungsorte
Dresden, Leipzig, Freital, Burgk (Freital), Cospudener See
Buchdaten
Titel: Das Atelier
AutorIn: Tellkamp, Uwe
Kategorie: Roman / Erzählung von 2020
LeserIn: Faun
Eingabe: 02.06.2022


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