Der Todesprediger

Der Titel des einzigen Romans des Pazifisten und Anarchisten Gustav Landauer (1870-1919) ist an eine Kapitelüberschrift aus Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ angelehnt („Von den Predigern des Todes“). Das stark autobiographisch geprägte Werk enthält bereits die wesentlichen Ansätze seines späteren Denkens und die Hauptfigur des Romans, der junge Karl Starkblom, ist ein Alter-Ego des jungen Gustav Landauer. Auf der Suche nach einem Sinn des Lebens drückt Starkblom seinen Ekel vor einer ihm sinnlos erscheinenden Weltordnung aus, die zunächst zu einem Hass gegen alles Leben und schließlich zur „Vision des Todespredigers führt“: Der Mensch als „denkendes Tier“ kennt den Begriff des Zwecks, vermag aber nie einen Zweck seines Daseins zu finden, an den er glauben kann. Aber letztendlich offenbart sich dem von Lebenshass und Todessehnsucht geplagten Starkblom doch noch ein Sinn im Leben: Ein von ihm aufzubauender Sozialismus. „Es ist also so etwas wie menschenfeindlicher Sozialismus, weltabgewandter Anarchismus, was in diesem Buche zu finden ist: Revolution, die nach innen geschlagen ist.“ (aus dem Nachwort zur zweiten Auflage 1903)

Handlungsorte

»Bücher sind fliegende Teppiche
ins Reich der Phantasie.«

James Daniel

Buchdetails

Handlungsorte
Schwarzwald (allg.), Paris
Buchdaten
Titel: Der Todesprediger
Kategorie: Roman / Erzählung von 1893
LeserIn: Faun
Eingabe: 13.09.2022


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