Hundert Tage

Retrospektiv erzählt David, heute ein gebrochener, in der Schweiz lebender Mann, seine Erlebnisse als ehemaliger Schweizer Entwicklungshelfer in Ruanda. Vier Jahre hat er in Kigali verbracht, als der lange schwelende Konflikt zwischen den regierenden Hutu und der Rebellenbewegung sich 1994 in unglaublichen Gewaltexzessen bahnbricht. In nur drei Monaten werden mindestens 500.000, wahrscheinlich aber 800.000 bis 1.000.000 Menschen ermordet. Die Liebe zu Agathe, der Tochter eines ruandischen Ministerialbeamten, veranlasste David damals, sich in Kigali versteckt zu halten, anstatt wie die anderen Europäer das Land zu verlassen. Hundert Tage verfolgt er, versorgt durch den ehemaligen Gärtner, in seinem Versteck die Geschehnisse und begibt sich schließlich auf die Suche nach Agathe. Eine Suche, die in einem Flüchtlingslager endet, wo David eine Agathe findet, die nichts mehr mit der Frau gemein hat, die David einmal geliebt hat. Die Schrecken des Genozids in diesen hundert Tagen, die Frage der Mitschuld der Entwicklungshilfe und der Versuch, den zerstörerischen Einfluss der Ereignisse auf die Persönlichkeit der einzelnen Protagonisten zu zeichnen, stehen im Mittelpunkt des gut recherchierten Romans.

Handlungsorte

»Heimat entdeckt man erst in der Fremde.«
Siegfried Lenz

Buchdetails

Handlungsorte
Ruanda (allg.), Kigali
Buchdaten
Titel: Hundert Tage
Kategorie: Roman / Erzählung von 2008
Eingabe: 14.09.2008


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