Mein Jahr als Mörder

Ein biographischer Roman aus der Nachkriegszeit in Deutschland. Er thematisiert den Freispruch des Nazi-Richters am Volksgerichtshof Hans-Joachim Rehse sowie den Arzt und Widerstandskämpfer Georg Groscurth anhand eines fiktiven Mordgeständnisses. Und der Kommentar des Users Faun: Am Nikolaustag 1968 hört ein Berliner Student im Radio, dass Hans-Joachim Rehse, beisitzender Richter am Volksgerichtshof, der an über 200 Todesurteilen mitgewirkt hat, freigesprochen wurde, weil er das Recht nicht gebeugt hätte. In der Nachkriegszeit war Rehse ab 1956 wieder als Richter in Schleswig-Holstein tätig. Mit dem Rehse-Urteil wurde das endgültige Ende der strafrechtlichen Verfolgung aller NS-Justizjuristen eingeleitet. Noch während die Radionachrichten laufen, beschließt der Student, den Richter Rehse zu ermorden: „Einer wird ein Zeichen setzen und diesen Mörder umbringen, und das wirst du sein!“ Aber es gibt auch einen persönlichen Grund für die Mordabsicht des Studenten: Rehse hatte im Dezember 1943 zusammen mit Roland Freisler, Präsident des Volksgerichtshofs, den Vater seines besten Freundes, Georg Groscurth, Arzt von Rudolf Heß und gleichzeitig Widerstandskämpfer in der Gruppe „Europäische Union“, zum Tode verurteilt. Knapp fünf Mo nate später wurde Groscurth im Gefängnis Brandenburg-Görden hingerichtet. Während der Planungen zu der Mordtat befasst sich der Student mit zunehmendem Eifer mit der Geschichte der Widerstandsgruppe und deren Mitglieder. Dabei lernt er Groscurths Witwe Anneliese kennen, die nach dem Krieg – als kommunistische Hexe von der Presse verleumdet – fast zwei jahrzehntelang einen kafkaesken Kampf gegen eine vielfache, politisch motivierte Rechtsbeugung westdeutscher Gerichte führt. Der Student beschließt, den Mord damit zu verbinden, ein Buch über die Groscurths und das Versagen bei der Aufarbeitung der NS-Justiz in der Nachkriegszeit zu schreiben… - Delius wuchs tatsächlich mit den Söhnen der Eheleute Groscurth auf. Am Beispiel der Familie Groscurth und der Widerstandsgruppe „Europäische Union“ erzählt der Autor von einem der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte in einem fesselnden dokumentarischen Roman. Man kann Sigrid Löffler nur zustimmen: „Unbedingt lesen!

Handlungsorte

»Bücher sind fliegende Teppiche
ins Reich der Phantasie.«

James Daniel

Buchdetails

Handlungsorte
Wehrda, Berlin, Marburg an der Lahn, Hauneck, Schleswig, Brandenburg an der Havel
Buchdaten
Titel: Mein Jahr als Mörder
Kategorie: Roman / Erzählung von 2004
LeserIn: Günter H.
Eingabe: 17.02.2015


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