Melampus

Der italienische Journalist und Autor Ennio Flaiano (1910-1972) schrieb u.a. die Drehbücher für diverse Fellini-Filme wie z.B. „La Strada“, „La Dolce Vita“ oder „8 ½“. Der autobiographisch geprägte Roman „Melampus“ resultiert aus einer erzählerischen Umarbeitung eines Drehbuchs, das Flaiano 1966/67 in Amerika geschrieben hatte und selbst verfilmen wollte, um endlich aus Fellinis Schatten zu treten. Darin kommt Mitte der 1960er Jahre der italienische Drehbuchautor Giorgio Fabro nach New York, um für eine Filmstory zu recherchieren. Dort beginnt er ein Verhältnis mit der ihm vom Produzenten zur Verfügung gestellten Sekretärin Florence, die ihn jedoch – mehr oder weniger – wieder verlässt, als das Filmprojekt platzt, um einen Engländer zu heiraten. Da der neue Ehemann Florences Cockerspaniel Melampus loswerden will, schenkt sie das Tier kurzerhand Fabro. Durch den Hund lernt Fabro die junge und bildhübsche Liza kennen, die ihre eigene Hündi n von Melampus gedeckt haben will. Allerdings haben die beiden Hunde keinerlei Interesse an einer Paarung, ganz im Gegenteil zu Liza selbst… „Melampus“ verdankt seinen Reiz weniger der - wenn auch ziemlich verrückten Handlung -, sondern mehr den zahlreichen boshaft-ironischen Kommentaren über Kunst, Mode, Sex, Alter, Psychoanalyse, Italiener und Juden. Der Stoff wurde schließlich 1971 dann doch noch - mit Marcello Mastroianni und Catherine Deneuve in den Hauptrollen - verfilmt (Filmtitel im Original „La cagna“ (Die Hündin), Filmtitel der deutschen Fassung „Allein mit Giorgio“), wobei sich der Regisseur Marco Ferreri überhaupt nicht an das von Ennio Flaiano mitverfasste Drehbuch hielt – angeblich hatte er es noch nicht einmal gelesen…

Handlungsorte

»Reisen ist die harmlosere Form der Utopie.«
Wolfgang Büscher

Buchdetails

Handlungsorte
New York, Los Angeles, Chappaqua, Catskill, Paris, Westport, Connecticut
Buchdaten
Titel: Melampus
Kategorie: Roman / Erzählung von 1970
LeserIn: Faun
Eingabe: 28.10.2021


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