Liebesdurst

Yukio Mishima (1925-1970) war Schriftsteller, Dichter, Dramatiker und gilt als einer der bedeutendsten und meistübersetzten japanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Er galt lange als Favorit für den Literaturnobelpreis, doch 1968 wurde der Preis seinem rund 25 Jahre älteren Landsmann Yasunari Kawabata verliehen. Am 25. November 1970 nahm er sich nach Vollendung der Tetralogie „Das Meer der Fruchtbarkeit“ mittels rituellen Suizids das Leben. In seinem dritten Roman „Liebesdurst“ zieht die junge Etsuko nach dem frühen Tod ihres wenig treuen Ehemanns in das Haus ihres alleinstehenden Schwiegervaters Yakichi ein, dessen Annäherungsversuchen sie sich nicht widersetzen kann. Doch bald verliebt sie sich in den jungen Diener Saburo, von dem wiederum die junge Miyo ein uneheliches Kind erwartet. Als Saburo auf das Liebeswerben der zutiefst eifersüchtigen Etsuko überhaupt nicht eingeht, macht sie einen Schritt, der katastrophale Folgen haben soll… „Das Rausche n des Regens klingt wie ein Chor von zehntausenden sutrenrezitierenden Mönchen. Yakichi quasselt. Kensuke quasselt. Chieko quasselt. Menschliche Worte sind so nichtssagend. Was für lächerliche kleine Heimtücken. Was für Hohlheiten. Dieses gesäuselte, banale und dabei so eilfertige Sich-in-die-Höhe-Recken, was für ein Getue. Gegen dieses gnadenlose, mächtige Rauschen des Regens kommen Worte nicht an, ganz gleich von wem. Einzig der Schrei eines Menschen, der sich von Worten dieser Art nicht beirren lässt, könnte diesem Rauschen Paroli bieten, diese todesähnliche Mauer durchbrechen. Einzig der Schrei einer einfältigen Seele, die keine Worte kennt.“ Leider hält der Roman nicht ganz das, was diese Passage verspricht.

Handlungsorte

»Man vertraut einer Landschaft wie einem Freund.«
Thomas Hettche

Buchdetails

Handlungsorte
Osaka
Buchdaten
Titel: Liebesdurst
Kategorie: Roman / Erzählung von 1950
LeserIn: Faun
Eingabe: 11.02.2022


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