Die Alleinseglerin

Christine Wolter (geboren 1939 in Königsberg) studierte 1957 bis 1961 Romanistik in Ost-Berlin, war von 1962 bis 1976 Lektorin im Aufbau-Verlag und zog 1978 nach Italien, nachdem Sie mehrere Jahre auf die beantragte Ausreise hatte warten müssen. Sie hatte sich auf einer Dienstreise nach Italien in einen Mailänder verliebt. 1982 erschien ihr Roman „Die Alleinseglerin", der in der DDR ein Bestseller war und von der DEFA 1987 verfilmt wurde. 2022 kam eine Neuausgabe im Ecco Verlag heraus. – Das Buch handelt von einer jungen Frau, Almut, die von ihrem Vater ein Segelboot, einen Drachen, geerbt hat und nun trotz finanziell sehr beschränkter Mittel mit einer höchst zeitaufwendigen Sisyphus-Arbeit um dessen Erhalt kämpft: „Der Größenwahn schlug zurück ... Wissenschaftliche Mitarbeiterin, mittlere Angestellte, also mit einem Gehalt, das nicht viel höher war als das einer Sekretärin. Alleinstehend, ein Kind." Sie verbringt ihre ganze Freizeit nur noch am See mit der Instandhaltung und Renovierung des Bootes oder grast auf der Suche nach Material ganz Ost-Berlin ab. Die anderen Bootsbesitzer machen sich über sie lustig, mit so einem Boot sei eine Frau völlig überfordert. Mehrfach versucht sie, den Drachen zu verkaufen, aber letztendlich dann kann sie sich doch nicht von ihm trennen. Denn bei ihrer Arbeit und beim Segeln findet sie ein Gefühl von Freiheit, das sie weder in ihrem Land noch in einer Beziehung finden kann. – Die Sprache glitzert wie ein See im Sonnenlicht und ist elegant wie ein auf dem Wasser dahingleitender Drachen, ein großes Lesevergnügen.

Handlungsorte

»Bücher haben die Macht, einen ganz gewöhnlichen Ort mit der Aura des Besonderen zu umgeben.«
Paul Theroux

Buchdetails

Handlungsorte
Scharmützelsee, Bad Saarow, Mailand, Gavi, Rom, Dahme (Fluss), Berlin
Buchdaten
Titel: Die Alleinseglerin
Kategorie: Roman / Erzählung von 1982
LeserIn: Faun
Eingabe: 16.10.2022


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